gerdaferler34's Journal
 
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    Sunday, July 31st, 2011
    11:03 pm
    Die Berliner Mauer sollte ein Raum der Erinnerung bleiben
    Auf der Fernverkehrsstraße kam man plötzlich an ein riesengroßes Gelände mit zahlreichen Spuren für Auto und LKW. Es war wie eine Maut-Station, in der Tat extrem bedrohlich. Auf den zwei Seiten der Transit-Autobahn standen Türme und Sichtsperren. Grenzsoldaten, teils mit Hunden patroullierten hin und her. Oft gab es hier einen Rückstau, weil die Wagen extra bearbeitet wurden. Das hieß, man musste zu Beginn seinen Pass abgeben, fuhr danach zur zweiten Station und bekam nach gefühlt stundenlanger Zeit des Wartens seine Papiere erneut und durfte weiter reisen.

    Es gab ab und an Gerede, dass im Zusammenhang mit der der Grenzkontrolle die Wagen mit radioaktiven Strahlen durchleuchtet wurden. Die außergewöhnlich holprige Transitstrecke in der Deutsche Demokratische Republik durfte man nur mit höchstens einhundert kilometer pro Stunde befahren. An der Grenze zu Berlin West gab es erneut die Kontrollen. Als mutwillige Schikane wurde zu dieser Gelegenheit z. T. das ganze Auto durchsucht, was entsprechend lange dauerte.


    Letztlich angekommen in West Berlin, musste man dann ja auch die Berliner Mauer sehen. Die Mauer selbst war nämlich von der West-Seite nicht derart spannend. Aber an manchen Punkten in der Stadt waren hohe Plattformen aufgebaut.


    Führung Berliner Mauer
    Falls man allerdings auf einem der hohen Plattformen stand, konnte man gleichfalls den Todesstreifen und weiter entfernt Mietshäuser erblicken . Der Kostenaufwand war immens, ebenso wie an Personal als auch an Bauwerken. Der Übertritt der Grenze nach OstBerlin war allzeit ein besonderes Abenteuer. Entweder man begab sich dann mit der Schnellbahn über die Station Friedrichstrasse oder mit dem Pkw über Neukölln oder Moabit in den Ostteil Berlins. Die Warterei war die Gleiche wie bei diesen Übergängen an der Transit-Autobahn. Es gab von der Deutschen Demokratische Republik die Richtlinie, dass jedweder, der in das Staatsgebiet der Sowjetzone einfährt, je Tag 25DEM in DDR-Mark umtauschen muss.



    Führung Berliner Mauer
    Man hatte folglich fünfundzwanzig DDR-Mark und hatte Arbeit, die an einem Tag rauszuschmeissen. Gaststätten waren überaus billig. Man musste das Zahlungsmittel allerdings in Umlauf bringen. Es war strikt verboten, DDR-Mark wieder nach Westberlin auszuführen. Man war gezwungen sich wirklich etwas einfallen zu lassen. Man durfte sinnlosen Ramsch kaufen, welchen man hernach entsorgte. Oder man war gezwungen das Ostgeld sogar zu entsorgen. Ich habe gesehen, wie sich DDR-Bürger in dem Gebiet rumdrückten und oft in den Abfalleimern stöberten. Das war selbstverständlich unzulässig, aber das war denen egal. In der Umgebung der Grenzübergänge hingen wirklich immerdar Menschen aus Ost-Berlin herum, die Nicht-Berliner fragten, ob sie Deutsche Mark schwarz eintauschen wollen. Das war aber nicht ratsam, da streng unerlaubt.



    Ich hatte mich zeitlebens gewundert, wie die Ostler die Berliner Mauer so problemlos ertragen konnten. Ich wusste noch nicht viel darüber, wie die SBZ ihre Bürger eingeschüchtert hatte. Die Errichtung der Berliner Mauer war eine heftige Operation in die Ungebundenheit der Einwohner, die mit Stärke durchgedrückt wurde. Als ob die Berliner Mauer nicht böse genug gewesen wäre, gab es an der Berliner Mauer auch noch den Schießbefehl. Der normale Ostler durfte keinesfalls so einfach auswandern. Sofern man einen passenden Antrag verfasst hatte, wurde man mehrjährig eingeschüchtert. Die Flucht in das westliche Ausland wurde Flucht aus der Republik geheißen. Fliehen war lebensbedrohlich.



    Berliner Mauer
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